Über Gott und die Welt
31. Mai - Zitat des Tages

“Eifer ist Begeisterung, gemildert durch Vernunft.”

Blaise Pascal (1623 - 1662), französischer Mathematiker, Physiker und Philosoph 

Trau dem Moment!

Liebe Leserin und lieber Leser, was macht Ihr in diesem Augenblick? Scheinbar dumme Frage, schließlich lest Ihr diese Zeilen und überlegt, ob es sich lohnt, weiter zu lesen. Eure Antwort darauf kenne ich nicht. Ich weiß nur, worum es mir heute geht - um die Herausforderung, den Augenblick zu leben.

Von Erik Folkerts

Vielleicht wirke ich heute etwas langweilig und unambitioniert, schließlich habe ich ein Thema, was auf den ersten Blick nicht gerade aktuell daherkommt. Und doch: Es ist immer aktuell, sich über den Augenblick Gedanken zu machen. Sicher, die Momente, die ich mich diesem Thema widme, sind unwiderruflich weg. Verloren sind sie damit nicht. Sich über seine Einstellung zur Gegenwart, zum Jetzt, Gedanken zu machen, ist niemals verschwendete Zeit.

Denn auf den Punkt gebracht: Es handelt sich um eine Investition. Wenn ich mir jetzt nämlich Gedanken über den Augenblick mache, nehme ich ihn in Zukunft nicht mehr so gedankenlos hin. Deshalb vergeht die Zeit nicht etwa schneller oder langsamer, aber ich lebe sie bewusster. Bewusste Zeit ist ein Gewinn.

Immer aktuell

Schätzen wir das Leben? Die Art und Weise, wie wir unsere Lebenszeit füllen, mit welcher Einstellung wir unsere Tage angehen, beantwortet diese Frage ganz konkret. Als Christ, der an Gott glaubt, betrachte ich mein Leben gar als Geschenk. Die Kunst, den Augenblick zu leben, bedeutet also, gut mit einem Geschenk umzugehen. Wer sich seiner Lebensmomente bewusst ist, sie wahrnimmt, ausfüllt und genießt, lebt gekonnt ein Stück Gottesbeziehung.

Der Schlüssel zu einem erfüllten Leben findet sich in jedem Moment Leben. Er kann ein Stück Dankbarkeit gegenüber Gott sein, der sich in Jesus Christus als Mensch offenbart hat. Wir brauchen also nicht unsere Gedanken in die Ferne schweifen zu lassen, um Gott nachzuspüren. Um ihm zu begegnen, reicht es, unserem Leben offen zu begegnen und den Mitmenschen, die auf uns warten. Die Idee, die ich aus meinem heutigen Nachdenken über Zeit und Augenblick mitnehme, ist immer aktuell. Sie lautet: Trau dem Moment!

30. Mai 2012

30. Mai - Zitat des Tages

“Es bleibt einem im Leben nur das, was man verschenkt hat.”

Robert Stolz (1880 - 1975), österreichischer Komponist

29. Mai - Zitat des Tages

“Am Ziele Deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: Dein Wandern zum Ziel.”

Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916), österreichische Schriftstellerin 

28. Mai - Zitat des Tages

“Die Religion muss die Menschen ergreifen, sie kann sie nicht unterwerfen.”

Antoine de Saint-Exupéry (1900 - 1944), französischer Schriftsteller

Von der Kraft des Heiligen Geistes

Pfingsten ist ein Fest, das man eigentlich nicht erklären kann. Man muss es einfach erleben. Pfingsten erleben - das Fest des Heiligen Geistes, der Begeisterung und des gegenseitigen Verstehens? Das internationale Pfingstfest in Düsseldorf Derendorf und Pempelfort macht all dies lebendig.

Von Erik Folkerts

Heute habe ich mich neu inspirieren lassen. Kann Pfingsten für Theologen zu einer allzu verkopften und damit kniffligen Angelegenheit werden, besteht diese Gefahr bei mir nicht mehr. Denn ich habe es soeben erlebt - Weltkirche, pure Freude über den Glauben, lebendige Gemeinschaft.

Das internationale Pfingstfest der katholischen Kirche im Pfarrverband Düsseldorf Derendorf und Pempelfort wartete zunächst mit einer prachtvollen Liturgie auf: Hier gab es neben getragenen deutschen Klängen auch stimmungsvolle Rhythmen aus Italien und Ghana zu hören. 

Und eigentlich hätte unter den Priestern am Altar die sprichwörtliche Sprachverwirrung aufkommen können - doch nichts davon war zu spüren. Neben einem ghanaischen Bischof feierten Geistliche aus allen Herren Länder den Gottesdienst mit: Aus der Ukraine, Polen, Italien, Spanien, England und Deutschland, und dies ist noch immer keine vollständige Aufzählung.

Brennen vor Glaubens-Begeisterung

Ein echtes Gefühl der Gemeinschaft wurde Wirklichkeit. In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Heribert Dölle dann auch noch mal an die Wirkung des Heiligen Geistes, der laut biblischer Überlieferung 50 Tage nach Ostern über die Jünger kam. “Nicht umsonst freuen wir uns, wenn wir Menschen erleben, die für eine Sache brennen. Wir sollen für den Glauben brennen”, formulierte der Seelsorger einen Auftrag und eine Ermutigung zugleich.

Gottes Geist wirke sichtbar unter uns Menschen, unter uns Gläubigen, nahm Dölle die Stimmung dieses Morgens auf: Warme und herzliche Freude. Die strahlten alle hinterher auch beim Straßenfest an der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit aus. Das Programm war gespickt mit Beiträgen der sogenannten muttersprachlichen Gemeinden. Das sind Katholiken, die in Düsseldorf leben, ihre Wurzeln allerdings im Ausland haben. Sie alle feierten gemeinsam mit den deutschen Gläubigen ausgelassen bei Tanz und Musik. Ein wunderbares Pfingst-Erlebnis.

27. Mai 2012

27. Mai - Zitat des Tages

“Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.”

Augustinus (354 - 430), Bischof und Kirchenvater

26. Mai - Zitat des Tages

“Die Kirche hat nicht den Auftrag, die Welt zu verändern. Wenn sie aber ihren Auftrag erfüllt, verändert sich die Welt.”

Carl Friedrich von Weizsäcker (1912 - 2007), deutscher Philosoph und Physiker 

25. Mai - Zitat des Tages

“Journalisten wissen immer mehr über mein Leben als ich selbst.”

Gérard Depardieu, französischer Schauspieler

“Inklusion” - ein Film, viele Fragen

Und er hat doch einen Untertitel: Laut Trailer und Vorspann hieß der ARD-Film gestern Abend zur besten Sendezeit nur “Inklusion”. Ein schwieriger, ein lahmer Titel. Doch der wärmende Untertitel “Gemeinsam anders” taucht einzig im Internet auf. Warum eigentlich? Nicht die einzige Frage an die Macher des Films.

Von Erik Folkerts

Ach ja, die Pubertät ist schon eine anstrengende Zeit. Vor allem wenn es nicht nur darum geht, mal einen Pickel auf der Nase zu kaschieren oder seine miese Grundstimmung, sondern gleich eine Behinderung. Das funktioniert nicht wirklich. Die Spastikerin Steffi (Paula Kroh) und der lernbehinderte Paul (Max von der Groeben) werden genau in dieser Lebensphase ins kalte Wasser geworfen, kommen plötzlich auf eine sogenannte Regelschule. Jetzt sollen sie sich auf einer stinknormalen Gesamtschule durchsetzen.

Konflikte sind vorprogrammiert. Der Film scheint die meiste Zeit nur aus Einzelszenen zu bestehen, die sich höchstens im Nachhinein zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Mutet man den Zuschauern damit nicht zu viel zu? Warum erkenne ich als Zuschauer keinen roten Faden? Ich muss ja nicht gleich an die Hand genommen werden, nachdenken kann ich schon noch selbst. Aber worüber? Über Behinderung und Inklusion, über leere öffentliche Kassen, über Abtreibung, das Schicksal Alleinerziehender oder doch nur über die Pubertät?

Wie gesagt: Es lohnt sich vielleicht auch darüber nachzudenken, warum ein Film mit einem Herz erwärmenden Untertitel nur unter seinem kalten Haupttitel vorgestellt und beworben wurde. Aber das ist am Ende wohl eine Frage an alle, denen das Thema beruflich oder privat am Herzen liegt: Braucht “Inklusion” eigentlich ein griffiges Motto? Und wie wäre es dann mit: “Gemeinsam anders?”

Übrigens: Erfahrungsgemäß ist solch ein Film bis etwa eine Woche nach Ausstrahlung auch im Netz zu sehen. “Inklusion - Gemeinsam anders” steht in der Mediathek des Ersten unter folgendem Link: http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/10318946_filmmittwoch-im-ersten/10612240_filmmittwoch-im-ersten-inklusion-gemeinsam

24. Mai 2012 

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